Befundung der Kirche

Turm

An allen Fassadenteilen besteht eine starke Verschmutzung der Gesimse (starke, in der Gesteinsstruktur verankerte schwarze Krusten).

Diese sind bereits so dick, dass sie ein leichtes Relief auf der Gesteins-oberfläche bilden. Alle Steinbauteile sind durch lose bis fest anhaftende Schmutzauflagen verschmutzt.

An allen hervorragenden Teilen bzw. Nischen befinden sich Verschmutzungen durch Taubenkot. Auf allen Fassadenseiten sind biogene Besiedelungen zu erkennen, besonders stark jedoch an den Wetterseiten.
Ein besonders starker Gesteinsverlust durch Rückwitterung ist am Kirchturm zu beobachten. Die Gesteinsschäden dort sind bisweilen sehr stark ausgeprägt.

Es findet sich Gesteinsverlust durch massive Rückwitterung, Schuppenbildung, Schalenbildung, Alveolarverwitterung, mehrschichtiges Aufblättern und Absanden bis Abbröckeln. Es sind größere Fehlstellen durch mechanische Einwirkungen oder Verlust der Altergänzung zu erkennen.

Eine mögliche Ursache der extremen Rückwitterung im Zentimeterbereich kann durch falsche Anwendungen von früher verwendeten Festigungsmitteln verursacht worden sein. Hierbei entstehen dünne überfestigte Oberflächen, die durch unterschiedliche Materialeigenschaften Sperrspannungen bilden. Die Altergänzungen sind weder formal- noch materialpassend. Viele Altergänzungen sind zementgebunden und stellen somit ein weiteres Schadenspotential dar.

Die Gesteinssubstanz in den Grenzbereichen zur zementgebundenen Altergänzung erscheint morsch und feucht. Durch die bindemittelschwachen Grenzbereiche des Steines liegt ein hoher Prozentsatz an Altergänzungen lose bis absturzgefährdet vor. Einige Altergänzungen wurden bereits während der Befundung sicherheitshalber abgenommen!

Westgiebel

Die stark dem Regen zugewandten Steinbauteile zeigen eine massive Mikrobiologie.

An der Aufsicht des Giebelgesimses ist eine Ansiedelung durch höhere Pflanzen (kleine Bäumchen!) bereits erfolgt.

An allen Bauteilen aus Stein ist ein erhöhter Grad der Rückwitterung bis hin zum Gesteinsverlust festzustellen und umfassen auch hier Alveolar-, Schuppen- bis Schalenbildung und Absanden. Sämtliche Fugen sind beschädigt bzw. verlustig. Neben zahlreichen Flankenabrissen ist eine Schädigung durch das verwendete Fugenmaterial festzustellen.

Vor allem am Emporenfenster sind sämtliche fugennahe Steinbereiche in erhöhtem Maß rückgewittert. Die Befestigung des Giebelkreuzes ist stark schadhaft. Eine Überprüfung der Standfestigkeit des Kreuzes ist unbedingt erforderlich. Anmerkung: Es wurde wegen Absturzgefahr bereits abgenommen!

Langhaus

Die rezente Fassung ist in hohem Maß abgewittert. Vor allem an der Nordfassade bestehen starke Verschmutzungen in Form von Regen-rinnspuren und Mikrobiologie.

Es sind Putzabplatzungen allseitig vorhanden. In den Sockelzonen sind Feuchtehorizonte zu erkennen. Allseitig sind statische Risse von der Traufe herunterführend zu beobachten.

Putz

Der Sockel der unteren Turmzone erscheint vor allem an der Nordseite feucht und ist bereits partiell abgeplatzt.

Die Situation des Putzes der Gesimse ist an dieser Fassadenseite als katastrophal zu bezeichnen. Besonders die Putzbereiche des Traufgesimses unterhalb der Steinbauteile sind in einem besonders schlechten Zustand. Durch tiefgreifende Risssysteme blättert der Verputz mehrlagig ab.

Besonders absturzgefährdete Putzbrocken wurden bereits bei der Befundung abgenommen.
An punktuell ausgewählten Bereichen der Gesimse sind durch Klopftests Hohlstellen zu erkennen.

An vielen Putzbereichen des Westgiebels sind weitreichende Rissnetze durch Materialschwund zu erkennen. Zwischen Emporenfenster und Eingangsportal bestehen Risse statischen Ursprungs.

Fazit: Der Zustand der Kirche ist bedenklich und sollte zeitnah restauriert werden!

(Auszug von der Kirchenbefundung durch die Firma Zottmann)